Der Wecker klingelt um 6 a.m. Pünktlich. Manchmal auch zehn nach. Aus dem Bett gequält wird sich ohnehin erst später. Das mit dem Duschen wird je nach Blick in den Spiegel oder Geruchstest entschieden, der Kaffeeatem nach der dritten Tasse überdeckt andere Ausdünstungen recht zuverlässig. Das Schminken hat man aufgeben, weil Augenringe nach mehr Arbeit aussehen, weil man schlichtweg stinkfaul ist, weil der Spiegel vor ein paar Tagen mit seriös-therapeutischer Stimme “Hör zu: das hilft auch nicht” gesagt und weil man zwischen ein paar Flüchen resigniert Zustimmung gemurmelt hat. Dann drückt man die Türklinke, zieht, rüttelt, schließt nach etlichen Versuchen ersteinmal auf, um hinter sich das Abschließen zu vergessen und trottet den üblichen Weg entlang, während das Hirn sich gemütlich an die Schädeldecke kuschelt und weiterschläft. Zunächst bemerkt man gar nicht, wie leer das Unigebäude ist. Mechanisch schmettert der Fahrstuhl ein “ZWEITES OBERGESCHOSS” in die Kabine. Er ist geübt, die Routine hat ihn selbstsicher gemacht, aber sein Vokabular umfasst nur acht Zahlen. Wieder drückt man eine Klinke. Nochmal. Und nochmal. Kein Rütteln hilft und einen Schlüssel hat man leider auch nicht, sonst könnte man ja nach seinem eigenen Biorhythmus arbeiten. Nachts. Irgendwann wandern die müden Augen auf ein Schild. “Öffnungszeiten”. Die Streichhölzer zwischen den Lidern zerbrechen nach mehrmaligem Blinzeln. Dann dreht man um. Am nächsten Morgen klingelt der Wecker. 6 a.m. Pünktlich. Man lässt ihn drei Stunden schlummern. Schließlich sind Semesterferien.
Juli 28, 2010
28. Juli 2010 um 20:45
*whee* endlich bissu wieder da =)